In der Gnade wachsen

„Diesmal reißt du dich zusammen“, sagt sich der ein oder andere von uns im Blick auf das neue Jahr. Kein Wunder, man möchte als Christ ja auch im Glauben vorankommen, den übertriebenen Fernsehkonsum ablegen, die Tugend der Selbstlosigkeit anlegen, kurzgesagt, man möchte wachsen. Die meisten haben bereits gelernt, dass die „Reiß-dich-zusammen-Taktik“ nicht gerade effektiv ist. Entweder man scheitert, oder aber man macht kurzweilig Fortschritte bis man mit der Kraft am Ende ist.

Im letzten Vers seines letzten Briefes lehrt Petrus uns etwas über echtes Wachstum: „Wachst aber in der Gnade…unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus.“ (2. Petrus 3,18)

Wir lernten Petrus in den Evangelien als einen Menschen kennen, der nach der „Reiß-dich-zusammen-Taktik“ lebte. Sein Scheitern ist uns allen bekannt. Aber in seinen letzten Zeilen sehen wir, dass diese Jahre weit hinter ihm liegen. Ein Wunder ist geschehen. Aus dem selbstbezogenen Petrus ist tatsächlich ein selbstloser Hirte der Gemeinde geworden. Wie? Was hat ihn wirklich wachsen lassen? Es ist die Gnade von Jesus Christus. Gnade verbinden wir normalerweise „nur“ mit der Vergebung unserer Sünden.

Aber Gottes Gnade geht noch weiter. Sie beseitigt unsere vergangene Schuld und reicht auch ins neue Jahr 2018 hinein. Wir dürfen nicht nur wissen, dass Gottes Gnade auch 2018 für uns da sein wird, sondern wir sollen sogar in der Gnade „wachsen“. Es geht also um eine Gnade, die zunehmen soll. Gnade ist per Definition etwas, das aus Gott kommt, nicht aus uns. Wir sollen also tatsächlich darin wachsen, Gott in unserem Leben wirken zu lassen. Gnade lässt uns wachsen, also Gott selbst lässt uns wachsen, ist das nicht wunderbar?

Bleibt nur noch die Frage: Wie dürfen wir uns beschenken lassen? Kurzgesagt: Indem wir als Kinder mit unserem Vater in Beziehung treten. Durch Gebet lässt Gott uns seine Hilfe und Kraft erfahren (2. Kor 12,9; Heb 4,16). Durch das Hören auf sein Wort lässt Gott uns im Glauben wachsen, schenkt uns Freude und  macht uns weise (Apg 20,32; Ps 119,14.99).

Es gäbe noch viel mehr zu sagen, aber der Punkt ist ziemlich einfach: Unser Vorsatz für das kommende Jahr sollte sein, darin zu wachsen, Gnade zu empfangen. Diese Wahrheit lenkt unseren Blick auf einen Gott, der so wunderbar und gnädig ist, dass es unsere Herzen dazu anfacht, seine Gnade aktiv zu suchen. Denn obwohl Gnade etwas ist, dass Gott schenkt, werden wir dazu aufgefordert, aktiv diese Gnade zu suchen und zu empfangen. Das klingt fast zu schön um wahr zu sein, oder?

Kein Wunder, dass Petrus danach nur noch sagen kann: „Ihm sei die Ehre!“ Ja, wenn Gott es tut, wird ihm alle Ehre zuteil. Gott möchte dir folgenden Vorsatz für das neue Jahr geben: „Mein Kind, wachse darin, dich von mir beschenken zu lassen.

Euer Peter Krell

2019-03-20T10:18:26+02:002. Januar 2018|