„Freut euch“ oder „Trauert“?

Christen werden im NT aufgefordert, sich zu freuen und sie werden gleichzeitig aufgefordert, zu trauern. Da frage ich mich doch: „Ok Gott, was möchtest du eigentlich???“ Hier einige Gedanken dazu, indem ich zuerst die Bibelverse zitiere:
„Freut euch allezeit“ 1. Thessalonicher 5,16
„Seid niedergebeugt und trauert und weint…“ Jakobus 4,8-10

Im Kontext der Verse wird einiges klar:
1. Christen, deren Leben wirklich Gott hingegeben ist, werden aufgefordert, sich immer zu freuen! Ich glaube nicht, dass man sich das so vorstellen kann: Paulus sieht einen gebeugten Christen, regt sich innerlich darüber auf und sagt: „Meine Güte, reiß dich zusammen und freue dich!“ Ich glaube, dass Gott uns durch diesen Befehl befreien will. Er sagt: „Ich habe dich errettet und ich freue mich an der Beziehung mit dir, du darfst dich wirklich freuen und glücklich sein!“ Ein Leben in konstanter Hinwendung zu Gott bedeutet also nicht, dass ich die ganze Zeit niedergeschlagen und traurig bin. Jesus sagte: „Glücklich sind die, die Trauern…“ Hier haben wir beides in einem Satz: Wir sollen unsere Sünde im Herzen als traurig empfinden – gleichzeitig aber sollen wir die Beziehung zu Gott, seine Güte und Liebe, konstant feiern und uns einfach freuen! Also Botschaft: Freue dich in Jesus, Kind Gottes!

2. Christen, deren Leben von Halbherzigkeit geprägt ist, werden aufgefordert, traurig zu sein. Im Kontext ist die Rede von „Freundschaft mit der Welt“. Christen können „halbherzig“ (V. 8) mit Gott leben, indem sie mit der einen Hälfte ihres Herzens Freundschaft mit der Welt pflegen – Freundschaft mit Erfolg, Freundschaft mit übermäßigem Vergnügen, Freundschaft mit ??? – diese Christen werden nun klar aufgefordert, sich nicht mehr zu freuen (V.9), sondern darüber traurig zu sein. Warum? Weil ihnen mit dieser Lebensweise die Nähe zu Gott fehlt, daher heißt es „naht euch zu Gott, und er wird sich euch nahen.“ (V. 8) Ist das bei dir der Fall? Hat der Heilige Geist bereits auf Dinge in deinem Leben gezeigt, die dir die Nähe zu Gott rauben? Dann ist dieser Befehl Gottes Wort an dich, sein geliebtes Kind.

In beiden Befehlen sehen wir die Liebe des Vaters zu uns, seinen Kindern. Welcher Befehl ist für dich?

Euer Peter Krell