Die Bücher der Bibel sind nicht nur miteinander verbunden. Sie erzählen uns auch alle eine Geschichte. Das erkennen wir daran, dass es mehrere zentrale Themen gibt, die sich vom ersten bis zum letzten Buch der Bibel hindurch ziehen und allesamt auf einen Höhepunkt hin fiebern. Das ist auch deshalb so erstaunlich, weil die Bibel von mindestens 40 Autoren über einen Zeitraum von knapp 1500 Jahren geschrieben wurde. Zu diesen Themen gehört:

Gott bei den Menschen

Gott schuf den Menschen für die Gemeinschaft mit ihm, was sie im Garten Eden erlebten. Aber weil sie sich von Gott abwandten, wurden sie von diesem Ort der Gemeinschaft verbannt. Von da an sehnte sich die Geschichte nach der Wiederherstellung dieser Gemeinschaft. Die Gemeinschaft wurde zwar stückweise möglich durch die Stiftshütte und später durch den Tempel – aber dann kam Christus, er starb und der Trennvorhang im Tempel zerriss endgültig von oben bis unten – Emanuel „Gott mit uns.“ Nach Jesu Himmelfahrt wohnt Gott nun im Tempel seiner Gemeinde, bis schließlich das neue Jerusalem kommt, wovon wir in der Offenbarung lesen, wo es heißt: „Siehe die Wohnung Gottes bei den Menschen.“

Herrschaft

In 1. Mose 1 sehen wir an Gottes Aussage, dass der Mensch eigentlich zur Herrschaft berufen wurde. Doch nachdem er sich für die Sünde entschied, herrschte er nicht mehr, sondern wurde beherrscht von Sünde, Natur, Tyrannen und dem Tod. Die Herrschaft des Menschen war zerbrochen, was immer klarer wurde durch die unvollkommene Herrschaft von Richtern und Königen. Die Geschichte sehnte sich nach dem, der die Herrschaft wiederherstellen würde – und dann kam Christus. Er ist der erste, der über den Tod, über die Natur und über die Sünde herrscht und so die Herrschaft wiederherstellt, bis es dann schließlich im Buch der Offenbarung von denen, die an ihn glauben, heißt „…und sie werden herrschen…“

Segen und Fluch

Leben in Eden begann im Segen und Überfluss Gottes. Der Mensch wandte sich ab und der Fluch kam über die ganze Schöpfung – Mühsal, Enttäuschung, Krieg, Misslingen, Hunger. Die Geschichte sehnte sich nach Harmonie und Ruhe – und dann kam Christus, der am Kreuz stellvertretend für uns verflucht wurde und den Segen Gottes erkaufte für alle, die auf ihn vertrauen. In Offenbarung sehen wir dann schließlich, wie die Menschen wieder vom Baum des Lebens essen dürfen, der Gottes uneingeschränkten Segen wiederspiegelt.

Rettung durch Opfer

Durch die Sünde war der Mensch verloren. Aber Gott schlachtete Tiere, um ihre Sünde zu bedecken. Denn für Sünde musste mit dem Tod bezahlt werden, damit Vergebung möglich ist. Als Gott später Ägypten richtet, sollte Israel das Passahlamm schlachten, damit sie durch das Opfer des Lammes verschont werden. Später wurden im Tempel tausende Opfer dargebracht. Aber für die Schuld der Menschen konnten Tiere nicht wirklich bezahlen, sondern sie nur bedecken. Die ganze Schöpfung sehnte sich nach dem endgültigen Opfer für die Versöhnung mit Gott – und dann kam Christus. Johannes der Täufer sah Jesus und sagte: „Siehe, das Lamm Gottes, dass die Sünden der Welt wegträgt.“ Christus brachte das vollkommene Opfer am Kreuz und rettete damit endgültig das Volk Gottes durch sein Opfer. Und im Buch der Offenbarung sehen wir, wie alle, die durch ihn errettet wurden, singen: „Würdig ist das Lamm, dass geopfert ist.“

Die Bibel erzählt uns die eine Geschichte Gottes, die Geschichte seiner Herrschaft, seiner Rettung, seiner Gemeinschaft und seines Segens.