Die Pastoren Mark Driscoll und Gerry Breshears setzen sich in ihrem Buch „Gemeinde Heute – Zeitgemäße Formen für zeitlose Wahrheit“ mit der Frage auseinander, welche Aspekte der Gemeinde zeitlos und welche wandelbar sind. Hier ein Beispiel um klarzumachen, worum es dabei geht: In der Bibel ist beispielsweise klar, dass die Anbetung Gottes ein zeitloses Gebot und Privileg für Gottes Volk ist. Was jedoch wandelbar ist, wäre beispielsweise die Anzahl der Lieder in einem Gottesdienst, die Besetzung der Instrumente und die Lautstärke der Musik. Damit wir als Gemeinde zur Ehre Gottes leben, müssen wir lernen, beide Aspekte zu unterscheiden. Dann laufen wir nicht Gefahr, klare Gebote von Gott zu missachten und wir laufen auch nicht Gefahr, wandelbare Formen zum Gebot der Stunde zu machen und so den Fokus zu verlieren. Einige der Aussagen in dem Buch waren gute Gedankenanstöße für mich:

„Dieses Buch baut auf der Überzeugung auf, dass die Gemeinde, ihre Leiter und ihre Mitglieder sowohl Demut als auch einen kritischen Verstand brauchen. Wenn wir demütig sind, können wir von denen lernen, die anderer Meinung sind als wir. Wenn wir kritisch denken können, werden wir nicht allem und jedem zustimmen, sondern vielmehr alles der Bibel unterordnen.“

Ich wünsche mir eine Gemeinde, die über den eigenen Tellerrand hinausblickt, um von anderen zu lernen. Gleichzeitig sollen wir alles prüfen und nur das Gute behalten (1Thess 5,21).

„Die erste Generation glaubt an eine bestimmte Glaubensaussage, die nächste Generation setzt sie voraus und die dritte Generation leugnet sie.“

Diese Aussage, welche Mark Driscoll von D. A. Carson aufgeschnappt hat, zeigt mir die Wichtigkeit, dass wir die zeitlosen Wahrheiten der Bibel aktiv und fundiert lehren müssen, damit sie bewusst geglaubt und bewusst an die nächste Generation weitergegeben werden.

„Jede Gemeinde, die sich nicht verändert, ist eher ein Museum als ein Volk mit einem Auftrag … Wenn eine Gemeinde wächst, verändert sie sich, und diese Veränderungen führen zu Konflikten.“

Es ist für mich normal, um Wachstum zu beten. Wahres Wachstum ist ein Wachstum an echter Erkenntnis und nicht an Zahlen. Aber dieses Wachstum wird immer zur Folge haben, dass zahlenmäßiges Wachstum stattfindet. Denn je reifer und geisterfüllter Christen sind, desto stärkere Zeugen werden sie für den Herrn sein. Das Zitat zeigt allerdings, dass wir dazu neigen, lieber um zahlenmäßiges Wachstum zu beten, als es wirklich zu erleben. Später heißt es, dass Christen in Wachstumsphasen in der Gefahr stehen, ihre Bequemlichkeit mehr anzubeten, als Jesus. Auf diese Gefahr sollten wir bewusst achten. Wachstum bringt viele Veränderungen mit sich:

  • Mitglieder sind stark herausgefordert, Außenstehende durch Gespräche, Dienst und Gastfreundschaft in die geistliche Familie zu integrieren
  • Weniger begabte Personen sind herausgefordert, stärker begabten Personen Raum zu geben
  • Veränderungen in Struktur und Leiterschaft beanspruchen Gebet, zusätzliche Mitgliederversammlungen und Entscheidungen
  • Leiter und Mitarbeiter sind herausgefordert, neue Dienstmöglichkeiten zu schaffen und Jünger in den Dienst zu führen

Viele weitere Aspekte könnte man nennen. Ich will mit euch gemeinsam beten, dass Gott uns zu diesen Fragen Weisheit schenkt und uns erkennen lässt, was jeweils die richtigen (und vielleicht unbequemen) Schritte sind, damit er geehrt wird und seine Gemeinde wächst.