In einer Predigt von John MacArthur stieß ich auf folgende Worte, die mich im Nachhinein beschäftigten:

„Heute darf ich auf 50 Jahre Dienst zurückblicken. Einerseits tue ich das als Pastor dieser Gemeinde, in der ich über 50 Jahre so viel Liebe, so viel Freundlichkeit und so viel Mitgefühl erfahren habe, dass es über meinen Verstand hinausgeht … Andererseits sehe ich rückblickend die Trennung von vielen anderen evangelikalen Leitern, weil sie an einem bestimmten Punkt nicht mehr bereit waren, standhaft zu bleiben … Ich erinnere mich an die traurige Biographie von Ian Murray über das Leben von A.W. Pink. Er war ein vornehmer Prediger und lehrte über viele Jahre Gottes Wort. Er war Pastor in Australien, den Staaten und Kanada. Aber am Ende seines Lebens war er nur noch ein Überrest seiner selbst und lebte in einem engen, kleinen Apartment an der Nordküste Schottlands. Und er empfand nur noch Feindseligkeit anderen gegenüber.

Wie endet jemand an so einem Punkt, müde vom Kampf, müde von den Ablehnungen, müde von der Schlacht? Er ist nicht der einzige, der so geendet hat. Ich glaube, dass ein Teilgrund darin liegt, dass er sich aus dem pastoralen Dienst zurückgezogen hatte und somit auch von einer liebevollen Gemeinde, die ihn in seinen Kämpfen hätte aufrichten und ermutigen können. Ihm fehlte die Lieber einer geistlichen Familie.

Ich persönlich kann natürlich nicht auf 50 Jahre Dienst zurückblicken. Inklusive meiner Zeit als Vikar sind es kaum fünf Jahre, als leitender Pastor weniger als eins. Andererseits beginnt der Kampf eines Pastors – der Kampf treu zu sein, zu predigen, zu tragen, zu leiten, standhaft zu bleiben – bereits am ersten Tag des Dienstes. Dieser Predigtausschnitt hat mich bewegt, weil ich diesen Zuspruch von euch, meiner Gemeinde, erlebt habe – weit mehr, als ich es mir vorgestellt hatte, geschweige denn verdient hätte. Ich bin dankbar, dass ein Pastor kein „Alleinkämpfer“ sein muss. Die Gemeinde braucht nicht nur mich, sondern auch ich die Gemeinde, ihre Gebete, Liebe, Zuspruch, vor allem in Zeiten des Kampfes. Ich will mein Herz im Dank zu Gott und zu euch – meiner geistlichen Familie – erheben für diese große Gnade!

Danke!

Euer Peter Krell