Es ist wichtig, dass Christen den ganzen Ratschluss Gottes kennen lernen. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass nicht alle Wahrheit auf einen Schlag und plötzlich vermittelt werden soll.

Es gibt Wahrheiten, die ein junger Christ noch nicht begreifen kann:

„Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt noch nicht verstehen.“ Joh 16,12

Es gibt Christen, die im Hören träge geworden sind, obwohl sie bereits an einem Punkt waren, tiefere Wahrheiten verstehen zu können. Deshalb müssen sie behutsam dahin geleitet werden, mehr aufnehmen zu können:

„Über diesen haben wir viel zu sagen, und es ist mit Worten schwer auszulegen, weil ihr im Hören träge geworden seid … ihr habt es wieder nötig, dass man euch die Dinge lehrt, die ein Christ am Anfang seines Weges kennen lernt…“ Heb 5,11-12

Die Christen in Korinth konnten aufgrund ihrer geistlichen Unreife nicht das aufnehmen, was Paulus sie lehren wollte.

„Und ich, Brüder, konnte nicht zu euch reden wie zu Geistlichen, sondern nur wie zu Fleischlichen, wie zu Unreifen in Christus.“ 1. Kor 3,1

Was lernen wir hieraus?

  1. Um anderen zu helfen, müssen wir ihren geistlichen Reifegrad erkennen. Ein kleines Baby benötigt Muttermilch. Wenn wir stattdessen ein Steak verabreichen würden, hätte es schlechte Konsequenzen für das Baby. Es könnte sich verschlucken, würde das Fleisch vermutlich gar nicht kauen können oder würde es wieder hochwürgen.
  2. Wir sollten selbst danach streben, tiefere geistliche Nahrung aufzunehmen. „Ihr solltet längst Lehrer sein“, sagt der Schreiber des Hebräerbriefs. Erwachsene wollen keine Mutter-Milch. Sie streben eher nach einem 3-Gänge-Menü mit vielen unterschiedlichen Geschmäckern und Elementen.
  3. Wer eine Leidenschaft für etwas hat, will ins Detail gehen. So kann es für uns ein wichtiger Hinweis sein, wenn wir merken, dass wir täglich nur einen kurzen Impuls aus einem Andachtsbuch zu uns nehmen. Daher sollten wir „tief“ ins Wort Gottes hineinschauen, bis wir neues entdecken – dann werden wir wahres „Glück“ finden (siehe Jak 1,25).
  4. Wenn wir anderen in ihrem Glauben helfen wollen, sollten wir dies nur mit Gebet tun, da nur der Geist Menschen in die Wahrheit leitet (Joh 16,13)