Unsere Lebenszeit ist viel zu kurz, um alles Mögliche zu machen und überall sein zu wollen. In diesem Artikel werden wir unsere Aufmerksamkeit auf den dreifachen Dienst der Gotteskinder richten. Diesen Dienst hat der Herr Aaron und seinen Söhnen übertragen. Ich glaube, dass dies auch für uns ein lohnendes Ziel ist.

Aaron und seine Söhne wurden für immer dazu bestimmt, Hochheiliges zu betreuen, Rauchopfer vor dem Herrn zu verbrennen, ihm zu dienen und allezeit in seinem Namen zu segnen (EÜ).  1. Chronik 23,13

Ein Sprichwort sagt: Wer gleichzeitig zwei Hasen jagen will, der wird keinen von ihnen fangen.

Dieses Wort der Bibel zeigt uns, wie der Dienst des Priesters Aaron und seiner Söhne aussehen soll. Er ist von Gott präzise beschrieben und festgelegt worden.  Die Dienstbeschreibung gilt auch den Nachfolgern Jesu. Er hat sie „auserwählt und bestimmt dazu, dass sie hingehen und Frucht bringen“ (Joh 15,16). Sie sind das „auserwählte Geschlecht“ und die „königliche Priesterschaft“ (vgl. 1Pet 2,9).

Wir wollen uns die Worte der Heiligen Schrift etwas genauer anschauen.

1. Räuchern

Aaron und seine Söhne wurden zu „Rauchopfer vor dem Herrn“ berufen. Menschen kamen damals mit ihren Opfergaben in die Stiftshütte. Diese bereiteten die Priester vor zum Räucherwerk vor dem Herrn.

Im Neuen Testament lesen wir ebenfalls vom Räucherwerk. Es ist und bleibt die vornehmste und die wichtigste Aufgabe der Christen. Dort heißt es:

„… das Räucherwerk sind die Gebete der Heiligen“ (Off. 5,8).

Es ehrt den Herrn, wenn wir uns auf die wichtige Aufgabe des priesterlichen Dienstes konzentrieren.  Apostel Paulus fordert die Gläubigen auf: „vor allen anderen Dingen zuerst…“ Was war das Erstrangige? Das war der Dienst des Gebets und der Anbetung des Herrn. Dieser Dienst muss „zuerst“ getan werden. Ihm muss der gebührende Platz in unserem Leben eingeräumt werden.

Die Prioritäten unseres Dienstes müssen wir selbst setzen. Apostel Paulus schreibt:

„vor allen Dingen sollte man tun Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen“ (1Tim 2,1).

Die Nachfolger Jesu dürfen nicht zulassen, dass erstrangiger Dienst zum zweitrangigen degradiert wird. Wir sind dazu berufen, für alle Menschen zu beten.

Das Neue Testament kennt das Räucherwerk der Anbetung. Dieses Anbetungswerk ist so wertvoll, dass es im Himmel in goldene Schalen eingesammelt wird. Sie befinden sich in den Händen der himmlischen Wesen, der Ältesten, die vor dem Herrn stehen. So wichtig nimmt der Herr diesen Dienst! Wenn wir den Wert des Gebetsdienstes neu erkannt haben, dann haben wir genug Ansporn mit Freude und Liebe uns dem Dienst zu widmen in unseren Häusern und Versammlungen.

In der Bibel finden wir viele Vorbilder, die uns zeigen, wie wichtig das Gebet ist.

Im Leben des Patriarchen Jakob z. B. gab es eine lebenswichtige Einstellung. Wenn er mit seiner Familie den Wohnort wechselte und in eine neue Gegend zog, baute er dort eine neue „Hütte“ und einen „Altar“. Diesem Altar gab er den Namen: „Gott ist der Gott Israels“. Warum Israels? Israel war der neue Name Jacobs. Der Herr hatte ihm diesen Namen im nächtlichen Kampf bei Jabbok gegeben (Mose 32,23). Jakob ist der Stammvater von zwölf Söhnen, aus denen die zwölf Stämme Israels hervorgegangen sind.

Nicht umsonst nennt die Heilige Schrift die Nachfolger Jesu die „königliche Priesterschaft“.  Die Berufung zum Dienst des Gebets wollen auch wir neu entdecken und annehmen. Überall wo wir leben und hinkommen, wollen wir hingabevoll beten und den Herrn ehren. Somit wird unser Räucherwerk den Himmel erreichen und die goldenen Schalen füllen.

2. Dienen

Es ist selbstverständlich, dass es an der Stiftshütte eine Menge zu tun gab. All diese Arbeit nennt man Dienst im Heiligtum. Diesen Dienst sollten Aaron mit seinen Söhnen ausführen.

Das Wort „Dienen“ kann man für alle Tätigkeiten der Christen in der Welt einsetzen. Wir dienen in der Familie, der Gemeinde und in der Welt. Dieser Dienst muss nach dem Vorbild unseres Herrn Jesus Christus gestaltet und ausgeführt werden (Mt. 20,28).

Von Natur aus neigen Menschen zu Größe und Herrschaft. Wie oft ist diese Neigung ein Grund für Zank und Streit in den Gemeinden und Familien (Lk 22,24). Viele Spannungen und Schwierigkeiten entstehen vielerorts unter den Gläubigen. Der Grund dafür ist, dass viele die Tugend des Dienens verlassen haben.

Der Theologe Adolf Schlatter sagte: „Ein Prediger, der herrschen will, wird niemals den lebendigen Glauben erzeugen.“ Es ist ein scharfes, aber auch ein wahres Wort der Warnung. Wir sind von Gott ausgesondert „zu dienen“.  Für solche Leute, die dienen wollen, gibt es immer und überall Platz.

Unser unübertreffliches Vorbild des Dienens ist Jesus:

 „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“ Mk. 10,45

3. Segnen

Die dritte Aufgabe der Priester bestand im Segnen: „Aaron wurde ausgesondert, …zu segnen in dem Namen des Herrn ewiglich.“
Es ist zunächst an den „Aaronitischen Segen“ gedacht:

„Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“ (4Mose 6,24-26).

Das war nicht nur ein Dahersagen des Wortes. Aus dem Mund des Priesters erging der Segen Gottes in seiner segnenden und bewahrenden Kraft. Der Name Gottes wurde auf die Israeliten gelegt. So hat der Herr es befohlen:

„Ihr sollt meinen Namen auf die Kinder Israel legen, dass ich sie segne“ (4. Mose 6,27).

Auch im Neuen Testament finden wir den Segensgruß des Herrn. Jesus hat seinen Jüngern eine Aufgabe übertragen:

„Wenn ihr aber in ein Haus hineingeht, so grüßt es; und wenn das Haus wert ist, wird euer Friede auf sie kommen.“ (Mt. 10, 12f).

Dieser Segensgruß des Herrn ist länderübergreifend und gilt für alles Nationen auf der Welt. Christen sind Segensträger und Segensüberbringer. Während 1000 von Menschen unzufrieden dahingehen und fluchen, darf das priesterliche Volk des Herrn überall den Segen des Herrn ausbreiten. Auch heute gilt uns die Verheißung Abrahams:

„Ich will dich segnen… und du sollst ein Segen sein“ (1Mose 12,2).

Die Jünger Jesu suchen nicht selbstsüchtig nach den Vorteilen in der Welt. Sie kommen nicht mit egoistischen Wünschen, indem sie Ehrgeiz und Kälte verbreiten. Gottes Kinder haben stets den Wunsch, jemanden segnen zu können. Diesen Wunsch hat Gott in ihre Herzen hineingelegt. Wenn sie andere segnen, sind sie selbst glücklich und gesegnet.

Der Segen gilt nicht nur den guten Menschen, sondern auch den problematischen:

„Segnet, die euch verfolgen; segnet und fluchet nicht“ (Röm 12,14).

Es ist so köstlich zu dem segensreichen Volk des Herrn zu gehören. Gottes Kinder leben auf einer anderen Wellenlänge. Sie sind Bürger des Himmels. Sie haben eine besondere Berufung in der Welt – zum Beten, Dienen und Segnen. Gott möge uns helfen diese Aufgabe neu zu erkennen und uns ihr zu widmen. Jesus unser Herr wird uns dabei helfen, weil Er sich über solche Diener freut.