Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte.
36 Wer erntet, empfängt schon seinen Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit sich miteinander freuen, der da sät und der da erntet.
37 Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet.
38 Ich habe euch gesandt, zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und euch ist ihre Arbeit zugutegekommen. (Joh 4,35-38)

Von der Ernte redet hier Jesus Christus. Er spricht von einem Erntefeld, der Erntearbeit und der Erntefreude.

Das Erntefeld

Jesus befindet sich in der Stadt Sychar in Samaria. Viele Menschen strömen zum Jakobsbrunnen. Sie kommen nicht zum Wasserschöpfen. Eine Frau ihres Ortes hat ihnen wunderbare Dinge über Jesus gesagt. Sie hat berichtet, wie dieser Mann ihr Leben verändert hat.

Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei! (29).

Die wenigen Worte überzeugten viele Menschen und sie strömten zum Jakobsbrunnen um Jesus kennen zu lernen. Jesus sah die heranströmende Menschenmenge und sagte:

Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte. (35).

An dem Ort Sychar ist die Frau nicht die Einzige gewesen, die ein Sündenleben führte (Joh 4,18). Überall wo es Menschen gibt, gibt es solche, die sich ein neues Leben wünschen und den Heiland brauchen. Das ist auch der Grund dafür, dass es auch solche Leute geben muss, die alles stehen und liegen lassen und losgehen, um anderen Menschen von ihrer Erfahrung mit Jesus zu erzählen. Ob Mann oder Frau, wir alle sollten unsere Blicke auf die Erntefelder dieser Welt richten und dem Auftrag des Herrn Folge leisten. Das gilt besonders für Zeiten der inneren Dürre und Gleichgültigkeit in der sich Christen heute befinden, wo die Macht der Sünde auch Christen in Kettet der Finsternis einschließt. An dieser Stelle sollten Gottes Kinder ihre „Lust und Laune“ überwinden und durch Gottes Gnade aufstehen, um auf die Erntefelder dieser Welt zu gehen.

Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der im Paradies Gottes ist (Off 2,7).

Das ist eine Verheißung unseres Herrn und an ihr wollen wir uns orientieren. Nur im Gehen zu den Menschen werden wir Gottes Wirken und seine Wundertaten und Freude erleben (Mk 16,15), denn die Felder sind reif zur Ernte.

Die Erntearbeit

Die Jünger Jesu standen schon immer vor einer großen Herausforderung, nicht nur in der Stadt Sychar, sondern in der ganzen Welt. Die reifen Erntefelder warten auch heute auf unseren Einsatz. Die Schnitter haben eine schöne Aufgabe, Gottes Ernte einzufahren. Nicht alle kennen die Freude des Erntens. Es gibt Mitarbeiter im Reich Gottes, die nur mit der Arbeit des Aussäens beschäftigt sind. Diese Arbeit ist von großer Bedeutung. Jesus macht es seinen Jüngern deutlich, dass sie bei der Ernte die Früchte anderer genießen, die vor ihnen gearbeitet haben. Vor allem kommt es auf das Werk Jesu an.

Christus hatte „viel Arbeit“ mit unseren Sünden. Er hat sie alle auf sich genommen und ist für sie gestorben. Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Somit war sein Werk vollbracht. Auf dieses Werk kommt es tatsächlich an. Bevor der Glaube an Jesus Christus entstehen kann, muss der lebendige Same des Wortes Gottes in die Herzen der Menschen gestreut werden. Dieser Same kann nur von Gottes Kindern ausgestreut werden. Dort kann er wachsen und Frucht tragen. Keiner der Jünger Jesu darf den Erfolg der Erntearbeit für sich allein verbuchen. Keiner darf denken, dass seine eigene Arbeit die allein Richtige und Wichtige ist. Jeder Schnitter auf Gottes Erntefeld baut auf der Vorarbeit des anderen: “Der eine sät, der andere erntet.” Gottes Kinder dürfen sich dankbar für die Arbeit des Herrn einbringen.

Die Erntefreude

Die Welt behauptet, dass bei den Frommen nur Traurigkeit herrsche. Gottes Kinder sind jedoch frohe Leute. Eine ihrer schönsten Freuden ist, wenn Menschen zum Heiland finden. Die Erntefreude ist sehr schön und Gott gewollt. Dafür ist Jesus auf die Welt gekommen, um zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Alle Beteiligten werden sich miteinander freuen. Darüber hinaus freuen sich die Engel im Himmel über einen Sünder der Buße tut.

Manche Mitarbeiter im Reich Gottes kennen die Erntefreude nicht, weil die sichtbare Frucht in ihrem Leben ausgeblieben ist. Gott hat es für seine Leute so angeordnet. Und doch ist jeder Mitarbeiter auf Gottes Erntefeldern wichtig. Jeder arbeitet in seinem Bereich für die Ewigkeit. Es kann Pflügen, Säen, Giesen oder Ernten sein. Jede Arbeit hat einen Ewigkeitswert. Auch wenn die Erntefreude auf Erden bei einigen ausbleibt, erreicht sie jeden in der Ewigkeit. Jesus verspricht sie uns. Er sagt, dass alle Mitarbeiter ihren Lohn empfangen werden. Letztendlich werden sich alle gemeinsam freuen. Keiner wird aus der Freude ausgeschlossen werden: „damit sich miteinander freuen, der da sät und der da erntet.

Dieses Wort Jesu enthält sehr viel Trost für uns. Bleiben sie einfach treu, wenn sie zu einer Aufgabe im Reich Gottes berufen sind. Vielleicht gehören sie zu den Mitarbeitern, die bislang keine sichtbaren Erfolge sehen konnten. Seien sie nicht traurig, denn der Herr beurteilt seine Mitarbeiter nicht an sichtbaren Erfolgen, sondern an Liebe und Treue.

Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude! (Mt 25,23)

Diese Verheißung kann uns alle aufrichten. Lasst uns miteinander die Arbeit des Aussäens geduldig fortsetzen, denn in der Ewigkeit werden wir uns mit den Schnittern gemeinsam freuen.

Es wird eine ewige Freude auf ihrem Haupte sein. Wonne und Freude werden sie ergreifen, aber Trauern und Seufzen werden von ihnen fliehen. (Jes 51,11).

Wir dürfen gespannt sein, denn wir werden es erleben, dass die Erntefreude im Himmel sich sehr stark vermehren wird.

Viktor Krell